Donnerstag, 4. Mai 2017

BIM Kompetenz in Aachen

Im Programm 2017 stellt der Verein „ccBIM“ (competence center for Building Information Modeling) Veranstaltungsschwerpunkte für dieses Jahr zusammen. Wir sind dort involviert und ich möchte die Vorhaben hier kurz darstellen.

Die sog. „BIMcafés“ beinhalten kleine Formate an verschiedenen Orten zur Zeit noch hauptsächlich in und um Aachen herum, die mit Impulsvorträgen zu aktuellen BIM-Themen beginnen und in einen lockeren Austausch übergehen. Für Einsteiger geeignet, aber auch für Fortgeschrittene, die Wissen vertiefen wollen bzw. für alle, die beabsichtigen, Kontakte in der Region zu knüpfen.

Es stehen noch drei Termine an, so am 29. Mai am „RWTH-Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen“, am 3. Juli bei dem Werk- bzw. Baustoffspezialisten „Saint-Gobain“ und am 16. November zusammen mit der Firma „liNear“, die Bau- und Planungssoftware produziert. Die Themen entnehmen Sie bitte dem verlinkten Faltblatt unten.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmal an die „BIMconvention“ erinnern. Sie wird in diesem Jahr am 27. und 28. September im Eurogress Aachen bzw. Tivoli Aachen stattfinden. Neben Vorträgen wird es dort auch Diskussionsrunden bzw. Workshops geben. Die BIMconvention gilt als einer der Höhepunkte regionaler BIM-Aktivität. Es lohnt ein Besuch!

Faltblatt „BIM Kompetenz am Standort Aachen“:
http://cc-bim.de/wp-content/uploads/2017/03/20170323_Faltblatt_ABE_ccBIM_BIM-Programm2017-E-Mail.pdf

Montag, 30. Januar 2017

Zum Stichwort Digitalisierung: Industrie 4.0 – Teil 2

Nun also der zweite Teil meiner kleinen Reihe über die Digitalisierung und Industrie 4.0.  Sehen Sie sich bitte zunächst das Video an, das ich am Ende dieses Artikels verlinkt habe. Dort wird das Produkt "Amazon dash" vorgestellt. Es liegt mir fern, für diesen Konzern Werbung zu machen. Vielmehr geht es um die Revolution, die hinter einer Anwendung steckt, die uns heutzutage als kinderleicht und vollkommen selbstverständlich erscheint.

Eine kleine Hardwarekomponente von der Größe einer Fernbedienung ist in der Lage, Barcodes auf Produkten zu scannen und auch, Sprachbefehle entgegenzunehmen. Alle Informationen werden verwaltet mittels Applikationen auf Mobiltelefonen bzw. der zugehörigen Bestellübersicht im Amazon-Konto. Es ist leicht zu erraten, dass es bei "Amazon dash" um den Kauf von Produkten geht. Eine weitere Variante ist, nur bestimmte Waren (nach der Einführung Sommer 2015 gab es rund 20) per Knopfdruck bestellbar zu machen. Auch diese Hardwarekomponenten sind per WLAN in das Heimnetz eingebunden.

Um die Entstehung deutlich zu machen, folgender Hinweis. In der ersten industriellen Revolution ging es um die Mechanisierung, in der zweiten um die Fließbandfertigung und in der dritten, um den Einsatz von Mikroelektronik bzw. die Einführung von Computern in die Produktion. Nun ist der Endverbraucher in der Lage, per Knopfdruck in ein Produktionsszenario einzugreifen; ein solches ist natürlich auch die logistische Arbeit eines Online-Warenhauses. Das beschreibt die vierte industrielle Revolution, die Industrie 4.0, sehr gut.

Ein simpler Taster wird zu einer intelligenten Plattform, die Programme ausführt, ID-Nummern liest, Sprachbefehle entgegen nimmt, sich mit anderen Sensoren vernetzt und Logistikketten in Gang setzt; das alles vom heimischen Sofa. Das Ganze ist keine Einbahnstraße, denn Informationen aus der Produktion – bzw. aus dem Logistikprozess – kommen auch zurück. Die Produktion wird "smart", wie man heutzutage sagt. Sie steht bei, während auch nach dem Verkauf von Produkten mit dem Hersteller wie dem Kunden in Verbindung. Sie steuert die Produktionsplanung flexibel und eröffnet Märkte für neue Dienstleistungen.

„Amazon dash“ – Produktvideo:
https://www.youtube.com/watch?v=aFYs9zqYpdM

Wird fortgesetzt.

Montag, 23. Januar 2017

Zum Stichwort Digitalisierung: Industrie 4.0

Wenn ich unterwegs bin, um z. B. Vorträge zu halten oder auch, um mit Kunden zu sprechen, stelle ich immer wieder fest, dass das Ausmaß der digitalen Revolution vielen noch nicht klar ist. Ich werde daher in einer kleinen Reihe im Themengebiet „Digitalisierung und Industrie 4.0“ einige Schlaglichter setzen.

Wussten Sie, dass 2008 das Jahr war, in dem die Anzahl der verbundenen Geräte erstmals die Menge aller Menschen auf der Erde überstieg? In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass im Jahre 2020 etwa 50,1 Milliarden Geräte miteinander vernetzt sein werden. Wussten Sie, dass pro Minute rund 6 Millionen Mal Facebook aufgerufen wird und rund 4 Millionen Mal Google? Und wussten Sie ferner, dass seit dem Jahre 2007 das Datenaufkommen sich etwa alle zwei Jahre verdoppelt?

Was aber anfangen mit diesen Superlativen? Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Es muss darum gehen, die Verarbeitung dieser Datenmengen zu ermöglichen – möglichst in Echtzeit. Es ist spannend, diesen Berg an Informationen auszuwerten und daraus Prognosen abzuleiten. Die Darbietung dessen ist ein riesiges Thema, denn es werden hier zu nicht nur mathematische Routinen gebraucht. Vielmehr steht im Vordergrund, dem Nutzer  bzw. Verbraucher die Zugänge zu ermöglichen.

Die Medien dafür haben wir, so sind Smartphones wie auch Fernsehgeräte oder Rechner  (zumindest in hoch entwickelten Ländern) nahezu in jedem Haushalt verfügbar und im Berufsleben sowieso.  Letzteres ist ein Thema, das wir bei formitas professionell bearbeiten, denn wir agieren in der sog. „App oder auch Hybrid Economy“, die die „New Economy“ ungefähr 2010 abgelöste. Die älteren Leser erinnern sich sicherlich an diesen Begriff, der seinerzeit in Deutschland für Aufbruchstimmung, aber auch tiefen Fall sorgte.

Bezogen auf die Industrie heißt Digitalisierung also „Industrie 4.0“. Und hier, wie in anderen Bereichen der Weltökonomie auch, geht es um die informative und kommunikative Vernetzung von Dingen, Diensten und Daten, möglichst interaktiv, barrierefrei und in Echtzeit.

Wird fortgesetzt.

Dienstag, 10. Januar 2017

Broschüre: Leistungsbild und Vertragsklauseln für BIM

Im Rahmen der „BIMconvention 2016“ (BIMcon) gab es einige Vorträge zu rechtlichen Aspekten. In diesem Blog berichtete ich darüber. Nun kam mir eine kostenlose Broschüre unter die Augen, die ins Thema passt.

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen zeichnet verantwortlich für die „BIM AKNW“ (Link unten). Im Dokument sind praxistaugliche Vorschläge enthalten für ein Leistungsbild und auch Vertragsklauseln. Es zielt ferner darauf ab, Richtgrößen für die Honorarermittlung bei BIM-Planungsprojekten zu geben und die „zahlreichen Besonderen Leistungen“ zu monetisieren. All das geschieht auf Grundlage der HOAI, so ist z. B. in der Einleitung zu lesen: „Die BIM-Methode führt nicht zu einer Verschiebung von Grundleistungen in frühere Leistungsphasen [..] Schon gar nicht erfordert ein BIM-Einsatz eine Alternative zum werkvertraglichen Leistungsmodell für die Planung.“

Im Textteil „Grundleistungen im Leistungsbild unter Verwendung der BIM-Methode“ sind Bausteine mit ergänzenden Klarstellungen farblich abgehoben und entsprechend übersichtlich den Leistungsphasen 1-9 der HOAI zugeordnet. Eine echte Hilfe aus meiner Sicht, denn es folgen noch „Anwendungshinweise“, die das Verständnis vertragsrechtlicher BIM-Aspekte erhöhen.

Beispielsweise Punkt sieben (S. 13): „Im Rahmen der Koordinierungsfunktion übernimmt die Architektin/der Architekt die BIM-Koordination im Planungsprozess mit den übrigen an der Planung fachlich Beteiligten. Eine Verantwortung für eine entsprechende Koordination von Fachplanerleistungen übernimmt die Architektin/der Architekt nur, soweit eine entsprechende Beauftragung von Fachplanungsleistungen durch den Bauherrn erfolgt ist. Im Übrigen verbleibt die Verantwortung für die einzelnen Planungsleistungen beim jeweiligen Planer.“

Die „Hinweise für im Bedarfsfall anzuwendende „LOD“ bilden das Folgekapitel. Das englische Kürzel steht für „Level of Development“ und in einer Reihe mit „LOG“ (Geometry) und „LOI“ (Information). Es bedürfe keiner Definition abstrakter Detaillierungsgrade, so die Verfasser der Broschüre, allerdings könnten sich mangels Standards Planer und Bauherren auf leistungsphasenspezifische Mindestanforderungen verständigen. Auf den Seiten 15-19 sind denn auch „LOD, LOG und LOI“ entsprechend der Vor-, Entwurfs- und Genehmigungs- sowie Ausführungsplanung definiert bzw. vorgeschlagen. Auf den letzten fünf Seiten finden sich noch „Ergänzende Klauselvorschläge für Architektenverträge mit BIM“.

Link zur Broschüre „BIM AKNW“
http://www.aknw.de/mitglieder/veroeffentlichungen/publikationen/bim/

Sonntag, 8. Januar 2017

100 Fragen und Antworten zu BIM

Die Bundesarchitektenkammer gab zu Silvester eine Meldung heraus, wonach sie ein neues Handbuch auf den Markt gebracht hat. Es ist zusammen mit dem Bundesbauminsterium entstanden und soll eine Einführung ins Thema BIM sein. Von den versprochenen 100 Antworten auf ebensoviele Fragen, werden zehn in der Buchvorstellung genannt, auf die ich unten verweise:

_Welche Unterschiede bestehen zwischen der konventionellen Planung und dem integralen Planungsansatz?
_Achtzig Prozent der Aufgaben sind Bauen im Bestand. Ist dies ein Einsatzgebiet für BIM?
_Worin liegt der Mehrwert der BIM-Nutzung für den Architekten?
_Welche Chancen bieten sich für Architekten?
_Welche möglichen Veränderungen in der Wertschöpfungskette bedrohen das Geschäftsmodell der Architekten?
_Wie können Architekten ihren Anteil an der Wertschöpfungskette absichern?
_Wird die Kreativität eingeschränkt?
_Was kostet BIM?
_Kann sich ein Büro BIM leisten?
_Braucht der Architekt mehr IT-Kompetenz?

Durchaus Fragen, die zum Zugang ins Thema dienlich sind. Sie zeigen aber auch, dass das Buch eher für Einsteiger konzipiert ist, die sich eine Meinung bilden wollen. Die Antworten scheinen mir plausibel. Es kann sich für die entsprechende Zielgruppe unter Planern und Architekten sicherlich einen Blick lohnen.

Link zur Buchvorstellung „BIM für Architekten, 100 Fragen, 100 Antworten“
http://dabonline.de/2016/12/31/bim-kompakt-buch-programm-kreativitaet-fragen-antworten/

Dienstag, 3. Januar 2017

Über die Interaktion in der Virtual Reality

Heute möchte ich Sie ermuntern, ein Video anzusehen, das mich begeistert hat. Es trägt den Namen „Levitation“ und zeigt auf poetische Weise die Interaktion eines Menschen in der künstlichen Welt – und zwar mit dem ganzen Körper und ohne störende VR-Brille.

Ein Boden und eine Wand geben die Projektionsflächen für animierte 3D-Strukturen. Es sitzt zunächst ein Tänzer, der langsam beginnt, mit den bewegten Formen zu interagieren. Der ausschließlich optische Zugang zur Virtual Reality scheint überwunden, denn es entfalten sich direkte Reaktionen von Struktur und Mann. So scheint er regelrecht die Formen zu malen oder nimmt mit seinem Körper Anregungen der VR-Szenerie auf. Zu guter Letzt klettert oder springt er sogar von Objekt zu Objekt.

Wir bei formitas sehen gerade im künstlerischen Umgang mit Virtual Reality großes Potential, die Technologie zu erkunden. Immer wieder gern erinnere ich mich an die Arbeiten des Aachener Künstlers Tim Berresheim. Auch die Begehungen in der „aixCAVE der RWTH Aachen“ sind für unsere Kunden jedes Mal starke Erlebnisse.

Es braucht mehr künstlerische Forschung, um VR und auch AR zu entwickeln. Das von zu starken Nutzungs- und Zielvorstellungen entkoppelte freie Spiel mit der Technik vermag es, Möglichkeiten zu zeigen. Solche, die im Nachgang dann wieder in Forschungsprojekte oder virtuelle Dienstleistungen integriert werden können.

Viel Vergnügen bei „Levitation“:
https://vimeo.com/158647901

Samstag, 31. Dezember 2016

Virtual Reality trifft Holografie und Augmented Reality

Heute möchte ich Ihnen anhand von drei Videos Momentaufnahmen zeigen. Es geht um die rasante Entwicklung im Themenfeld 3D und Bauplanung - genauer um Holografien bzw. Virtual Reality (VR) in Kombination mit Augmented Reality (AR).

Was wünschen sich Architekten, Fachingenieure und Bauherren? Mindestens eine kostensichere, zügige, transparente und möglichst irritationsarme Planungsphase. BIM tut allen Anforderungen genüge. Darüber hinaus aber gibt es noch die Möglichkeit, das entstehende 3D-Modell zum Kommunikationskern zu machen.

Etwa bei Stadtmodellen. Hier in der Planungsphase, um Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu erkennen (Verkehr, Infrastruktur, Lärm, Grünflächen etc.) oder auch, um bestehende Städte zu analysieren. Im folgendem Video zeigt ein Nutzer mit Holo-Brille, wie sowohl planerische Informationsebenen als auch kommunikative überblendet werden können. Auch gelingt die Navigation im virtuellen Szenario recht flüssig - vom heimischen Wohnzimmer aus.

Eine alltags- als auch berufstaugliche AR-Variante ist in diesem Filmchen zu sehen. Ein technisches Problem in der realen Welt (ein zu ersetzendes Ventil) wird Schritt für Schritt gelöst. Der Nutzer agiert mittels AR in einer Art informativ angereicherten Wirklichkeit. Es dürften sehr bald auch komplexe Anwendungen reif sein - z. B. für hochinstallierte Produktionsumgebungen.

Wie AR auf die Baustelle kommt, haben wir bei "formitas" schon vor einigen Jahren erforscht. Die Firma "Autodesk" zeigt eine logische und perfektionierte Weiterentwicklung. Keine üblichen Endgeräte sind mehr nötig. Die Hände bleiben frei, denn die angereicherte Wirklichkeit findet über einen Helm statt, in den eine Brille eingearbeitet ist. Zwei Fliegen mit einer Klappe, denn das Konstrukt ist damit baustellentauglich und das Fachgespräch im real-virtuellen Raum mit normaler Mimik und Gestik möglich.