Freitag, 30. März 2012

Kleine Geschichte der Informationstechnologie in Planung und Bau

Wenn ich richtig informiert bin, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts das Morsen erfunden und dann gab es in rascher Folge die Telegrafie und auch das Telefon. Ich bin mir sicher, dass das Bauen in jener Zeit dadurch schon beeinflusst wurde, denn Informationen konnten viel schneller den Empfänger erreichen. Mit unseren modernen Technologien sind wir natürlich ungleich schneller, jedoch ist das Prinzip ähnlich. Im Grunde geht es damals wie heute um die Information und darum, dass sie ungehindert und schnell ihr Ziel, sprich die Planungsbeteiligten erreichen kann. Die Schnittstellen zwischen Unternehmen sind dabei eher hinderlich. Deshalb stellen wir das Projekt in den Mittelpunkt unserer Überlegungen und definieren einen unternehmensübergreifenden Raum für die Informationen.

In vielen Büros werden z.B. derzeit Pläne erstellt, als PDF gesichert und anschließend per E-Mail verschickt. Die Empfänger der Pläne arbeiten dann ihre Änderungen ein und schicken sie zurück. Der Konstrukteur wiederum arbeitet das Geänderte erneut ein, generiert ein weiteres PDF und schickt es zur Prüfung wiederum per E-Mail zurück. Dieses Ping-Pong-Spiel kann sich endlos ziehen. Wir haben es hier mit dem Fortsetzen eben dieser Tradition zu tun, in Einzelplänen zu denken. Eine Veränderung im Bauen wird sich aber unaufhaltsam durchsetzen.

Und nun kommt BIM, das nicht etwa ein Produkt ist, sondern eine Methode. Die Planungsbeteiligten sind nicht mehr althergebracht an Einzelplänen orientiert, sondern am Objekt. Entweder am Gesamtobjekt oder an Teilobjekten, die in Datenbanken hinterlegt und gemanagt werden können. Das wiederum ist relevant für das Facility Management, in dem alle Materialien bzw. Teilobjekte mit entsprechenden Metadaten hinterlegt werden können.

In dem BIM-Planungsprozess können auftretende Problemstellungen erkannt und beseitigt werden, bevor der erste reale Stein auf den anderen gesetzt wurde. Das gilt natürlich auch für Fragen der Nachhaltigkeit bzw. Verwertbarkeit der eingesetzten Materialien. Nehmen wir nur das »Cradle to Cradle-Prinzip« (Ökoeffektivität/Von der Wiege zur Wiege), bei dem z.B. Bodenbeläge nach Ablauf der Nutzungsdauer eines Gebäudes ausgebaut und wiederverwertet werden. Das wiederum ist nur durch das Informationsmanagement eines Bauwerks überhaupt möglich. Prinzipiell gibt es wenig Grenzen und man muss sich an den Erfordernissen des Bauwerks orientieren.

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