Mittwoch, 12. August 2015

Spiele-Engines in der virtuellen Bauplanung

Man ist es gewöhnt, auf Knopfdruck hochaufgelöste Schnappschüsse zu generieren, in Echtzeit 3D-Modelle zu drehen oder zu schneiden und auch mittels Virtual Reality darin spazierenzugehen. Aber, wie geht das eigentlich?

In der Folge eine kurzer Blick auf die Technik, die hinter den 3D-Welten steckt: Die Game-Engine (dt. Spielewerk). Es ist damit eine Softwareumgebung gemeint, die Spieleentwickler verwenden. In diesem Rahmenwerk sind alle nötigen Programmierkomponenten (Sound- und Grafikberechnung, Renderfunktion 2D und 3D, Skripte zur Strukturierung des Ablaufs, Charaktere, Steuerung etc.), die zur Erstellung eines Spieles gebraucht werden.

Die Game-Engine wird speziell gewählt und ist auf das beabsichtigte Ziel abgestimmt, so hat ein Rollen- andere Schwerpunkte als ein Schießspiel. Hersteller heißen z.B. „Cry, Unreal oder Unity“. „Unreal“ besteht seit 1998 und ist sehr ausgereift. Sie zeichnet sich besonders durch die Oberflächentexturen und Schattenwürfe aus. „Unity“ wiederum glänzt durch die leichte Integrierbarkeit von Klang wie Lichtquellen und Spiegelungen. Es ist intuitiv aufgebaut und erinnert stark an gängige 3D-Animationsprogramme, die auch in der Architektur Verwendung finden (z.B. 3ds Max etc.). Die Spiele-Engine „Cry“ wartet in ihrer letzten Version vor allem mit verblüffend echten Darstellungen von Wasserbewegungen auf. Alle hier vorgestellten Spiele-Engines dienten auch für Virtual Reality-Spiele. Hier bekommt z.B. die VR-Brille „Occulus Rift“ 3D-Szenarien eingespielt, die durch Brillanz und Fotorealistik bestechen. Das Sichtfeld ist groß und der visuelle Raumeindruck überzeugt.

Mit der „Occuluc Rift“ kann man auch bestens um ein virtuelles Gebäude herumgehen oder auch hinein bzw. sich ein gutes Bild davon machen. Wir haben die Brille oft im Einsatz und die Bauherren sind jedesmal begeistert, wie intuitiv Planung vermittelt werden kann. Kein Vergleich zum mühsamen Studieren von Grundrissen, Schnitten, Maßketten, Symbolen und Legenden. Die Spieleentwickler gaben also wertvolle Impulse, die wir nun umsetzten. Das BIM-Modell wird durch Einsatz der VR-Brillen vielfach verwertbar. Nicht nur, um den geplanten Bau zu präsentieren, sondern auch, um ihn während der Nutzungsphase besser erfahrbar zu machen z.B. für Gäste, Techniker, Makler, Besitzer oder Mieter.

Hier noch ein anschauliches Beispiel. Eine Pariser Wohnung wird mithilfe von „Unreal Engine 4“ fotorealistisch begehbar: https://www.youtube.com/watch?v=Kg-aGO8Wvx8