Montag, 18. April 2016

Zum Stichwort BIM-Skepsis

Vielleicht haben Sie es ja schon gelesen: unser Land hinkt in Sachen BIM im europäischen Vergleich ein wenig hinterher. Sonderbar, gilt Deutschland doch als Hochtechnologienation und beweist seine Wirtschaftskraft über die gewaltigen Exporte in alle Welt.

Hier einige Zahlen, die ich aus einem Artikel entnommen habe (den zugehörigen Link finden Sie am Ende): 1.600 Architekten in acht europäischen Nationen äußerten sich – allerdings ist nicht klar, in welchen quantitativen Verhältnissen Vertreter der jeweiligen Länder befragt wurden. Die Niederländer haben in der abgebildeten Statistik deutlich die Nase vorn, über die Hälfte der Befragten nutzt BIM und knapp 40 % sind darüber hinaus schon damit in Berührung gekommen. Nur 7 % wollen die neue Methode nicht anwenden. Dieses Verhältnis stellt sich in Deutschland anders da. Hier haben nur 15 % Erfahrung und 41 % lehnen BIM ab. Immerhin 45 zusätzlichen Prozent ist BIM ein Begriff.

Woher kommt die Skepsis? Nun, ein Faktor ist sicherlich die Branche. Sie ist konservativ und es geht nicht zuletzt auch um Verantwortung und Haftung. Neuerungen haben es da naturgemäß immer etwas schwerer. Das Bauplanungsgeschäft ist komplex und lässt sich nicht wie ein Massenprodukt (etwa ein Auto) handhaben bzw. exportieren. Zwar gibt es mittlerweile auch Architekturen von der Stange, aber die Regel ist das nicht. Soll heißen, dass jedes Bauwerk dem jeweiligen Zweck folgt und daher zumeist individuell und einzigartig ist – eben wie ein Maßanzug gefertigt werden muss. Dass BIM gerade hier seine Vorteile ausspielt, ist manchen Planern möglicherweise noch nicht klar.

Im Text werden noch andere Vorbehalte genannt: hoher Zeitaufwand zur Einarbeitung der Belegschaft und auch zur Koordination der Fachplaner im laufenden Prozess. Ebenfalls sind hohe Implementierungskosten gefürchtet. Diese Sorgen könnte man entkräften, denn als Faustformel gilt, dass das BIM-Projekt mit einer Zeitersparnis von 30 % des Konstruktionsaufwandes abgewickelt werden kann. Damit senken sich natürlich auch die Kosten. Die Implementierung und die Einarbeitung von Mitarbeitern sind einmalige Investitionen und amortisieren sich zügig. Zuletzt wiederhole ich noch einmal gern, dass die Komplexität des Planungsgeschäfts mit der neuen Methode einfacher zu handhaben ist.

Artikel: „Großbritannien und die Niederlande haben bei BIM die Nase vorn“
http://www.baulinks.de/bausoftware/2016/0024.php4









Montag, 4. April 2016

BIM – eine Zauberformel?


Die Veranstalter des Doppelkongresses „Powerbuilding/Datacenter Convention“, der am 11. und 12. Mai in Köln stattfinden wird, schreiben BIM eine zentrale Rolle zu, um die lange vermisste Effizienz in der Bauplanung zu erreichen. Die Potenziale einer tatsächlichen (!) integralen Planung kommen bei hochinstallierten Gebäuden wie z.B. Rechenzentren oder Krankenhäusern auch besonders deutlich zum Vorschein – müssen hier doch zahlreiche Fachplaner mit unterschiedlichsten Schwerpunkten koordiniert werden.

Ich freue mich ganz besonders über die Einladung, in Köln aus dem BIM-Nähkästchen zu plaudern, denn die Ko-Referenten sind spannend wie hochkarätig. Mein Fokus wird darauf liegen, eine integrale TGA-Planung vorzustellen und Möglichkeiten zu zeigen, die Belange des Facility Management frühzeitig in den Planungsprozess zu integrieren. Besonders am Herzen liegt mir auch, Virtual Reality als handfestes Arbeits-Werkzeug für Architekten zu präsentieren.

Vielleicht ist Ihnen in letzter Zeit der Begriff „disruptive Technologie“ untergekommen. Im Gegensatz zur sukzessiven Weiterentwicklung markiert die Disruption eine Unterbrechung im Geschehen. Die Veranstalter des Kongresses ordnen BIM in diesen Kontext ein. Wenn ich darüber nachdenke, könnte das richtig sein, denn BIM scheint tatsächlich das Ende des bisherigen CAD-Weges zu markieren. Für sich genommen steht die neue Methode auf wackligen Füßen, sie braucht also eine Trägertechnologie, die sie allerdings unterbricht. Dabei eröffnet BIM aber gleichzeitig neue Horizonte. Was denken Sie?

Hier der Link zum Kongress: „PowerBuilding & Data Center Convention“:

http://www.powerbuilding.eu/pages/pbuilding-dcc/koeln-2016.php