Dienstag, 17. Mai 2016

BIM, Parametrik und die architektonische Formfindung


Wissen Sie, wann ein Entwurf „performancebasiert“ ist? Sehen wir über diesen sprachlichen Unfall hinweg, entpuppt sich das Thema dahinter als interessant. Es geht nämlich darum, an das Bauwerk gestellte Anforderungen (eben Performances) optimal zu erfüllen. Diese Parameter können zahlreich sein und zielen durchaus auf die harten Fakten des Bauen, also die Materialien oder auch die Gestalt.

Leitidee ist, dass nicht mehr nur die ästhetisch-atmosphärische Arbeit des Architekten Einfluss auf die Gebäudeform nimmt, sondern diese auch den Anforderungen geschuldet ist - z.B. der Energieeffizienz, für die „performancebasiertes“ Entwerfen zumeist eingesetzt wird. Es geht hier also um ganzheitliche Architekturplanung, in der Lüftung, Feuchte, Licht, Wärme, Akustik, Statik, Materialien etc. bestimmte Gebäudeformen plausibel machen. Plausibel meint hier auch kontrollierbar während des Bauens und in der Nutzungsphase.

Es ist klar, dass BIM hier seine Vorteil voll ausspielt, denn im virtuellen Modell können sämtliche Parameter gegen den Architekturentwurf laufen, bis alle Öffnungen, Schrägen, Luftvolumen, Dachflächen, Belichtungstiefen, Dämmungsdicken, Haus- und Anlagentechniken, Layouts, Grundrisse, Glasflächen oder eingesetzte Baumaterialien dem Nachhaltigkeitsoptimum möglichst weit angenähert sind.

Es ist wichtig, dass der Architekt hier nicht die Flinte ins Korn wirft, sondern „performancebasierte“ Einflussgrößen konstruktiv nutzt. Der Rechenmaschine nebst Programmen soll nicht die alleinige Kontrolle über das Gebäude in die "Hände" fallen. Es ist eher ein Dialog, in dessen Verlauf dem Planer die Konsequenzen seiner Entscheidungen verdeutlicht werden.

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