Mittwoch, 24. August 2016

BIM trifft ABM (Additive Building Manufacturing)

Neuerungen entstehen oftmals durch die Kombination vorhandener Verfahren und Anwendungen - so geschehen jüngst an der Universität Bath. Dort zählte man fliegende Bauroboter-, Laserscanning- und 3D-Drucktechnologie zusammen und bekam dabei das "Additive Building Manufacturing" (ABM) heraus.

Fortan sollte es nach dem Forscherwillen möglich sein, dass Flugdrohnenkollektive beliebige Gelände überfliegen, abtasten, im Anschluss selbstständig ein digitales Gebäudedatenmodell (BIM) erstellen und Bauteile oder auch komplette Unterkünfte ausdrucken.

Architekten können (noch?) ruhig Blut bewahren, denn solcher Einsatz ist derzeit nur für Katastrophenszenarien sinnvoll. So spielen weder Behaglichkeit noch Ästhetik Rollen für die Baudrohnen. Vielmehr geht es beim ABM um Grundsätzliches, also Ingenieurkonstruktionen oder schnell bezugsfertige Rettungskapseln.

Als bloße Science Fiction sollte ABM aber nicht abgetan werden. Beindruckende Beispiele für Baudrohnen finden sich auch bei der ETH Zürich. Das "Institut für Robotik und Intelligente Systeme" lies z. B. Roboter mittels Seilen eine Hängebrücke herstellen. Faszinierend und ein bisschen beängstigend gleichzeitig ist es auch, die fliegenden Blechkameraden beim Aufmauen zu beobachten. Ein Projekt, das die Hochschule seinerzeit mit "Gramazio & Kohler" und "Raffaello d'Andrea" realisierte.

Links:
Mauer: https://vimeo.com/33713231
Seilbrücke: https://m.youtube.com/watch?v=rgOb8AdFnQU

Samstag, 13. August 2016

Was heißt „Smart City“?

Kürzlich kam mir eine interessante Broschüre unter die Augen: „Smart Cities International. Strategien, Strukturen und Pilotvorhaben“ ist sie betitelt. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung gibt den Text heraus, der sich mit der Digitalisierung städtischer Prozesse befasst.

Eine „Smart-City-Charta“ für Deutschland haben die Autoren im Blick und streifen u.a. die Themen Handel, Verkehr, Wissen, Virtualität, Science Fiction und Medien. Eines wird sofort klar: Stadt wird nicht dem Zufall überlassen, denn Strategien für Klima, Verkehr, Mobilität, Verwaltungsmodernisierung, öffentliche Sicherheit und Bürgerbeteiligungen sind im planungspolitischen Blick.

Gut finde ich, dass schon im Vorwort auch kritische Aspekte der Digitalisierung ausgeleuchtet werden, so z. B. Zugriffe/Überwachung auf Haushalts- und Individualebene, Dominanz wirtschaftlicher Interessen oder auch die Gefahr, dass geschlossene Systeme ggf. Entwicklung bzw. ungeplante Einflüsse verhindern können. Auch das „[...] Sammeln, Aggregieren und Auswerten von Informationen das Herzstück aller Smart-City-Strategien“ wird thematisiert und angemahnt, dass eminent wichtig ist, „[...] wer die Daten bewahrt und interpretiert.“ (S. 9)

Ab S. 24 werden europäische Beispiele von „Smart Cities“ genannt, so. u. a. die Entwicklungen in Wien. Die dortigen Prämissen der digitalen Strategie schlagen sich in den Arbeitsfeldern „Personennahverkehr, E-Mobilität- und -Government, nachhaltigere Energiegewinnung, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Entwicklung der Seestadt Aspern als Ort der Innovation“ nieder.

Allerdings ist Digitalisierung nur als Mittel zum Zweck verstanden – so sollte es immer sein, wie ich finde, damit es nicht zu den o.g. Problemen selbstreferenzieller Systeme kommt. Interessant ist auch, dass ein städtisches Tochterunternehmen die Prozesse koordiniert und  von außen Stadtverwaltung, Forschung, Wirtschaft und Industrie vernetzt. Die Bürger werden u.a. mittels sozialer Medien und Onlinebefragungen eingebunden.

Link zur Broschüre:
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/Sonderveroeffentlichungen/2015/smart-cities-dl.pdf;jsessionid=40B84733812CB096ACFBA1519AD2DD5E.live11294?__blob=publicationFile&v=4

Montag, 1. August 2016

„digitalHUB Aachen“ – die Bedeutung der Digitalisierung

Im Frühsommer hatte ich über das Bewerbungsverfahren zum „digitalHUB der Region Aachen“ berichtet. Nun ist es entschieden – unsere Stadt wird neben Bonn, Düsseldorf, Köln, Münster und dem Ruhrgebiet zu einem „digitalen Leuchtturm“ in Nordrhein-Westfalen.

Wie auch immer man darüber denken mag, das globalisierte Leben in den westlich geprägten Industrienationen ist zunehmend von Digitalisierung bestimmt. 70 % aller wirtschaftlichen Innovationen der EU innerhalb der letzten fünf Jahre standen mit Informationstechnologie in Verbindung! Und auch Building Information Modeling ist ohne Digitalisierung unmöglich, denn die vielen Informationen zur Planung und Realisierung eines Bauwerkes sind im 3D-Modell ausschließlich virtuell vorhanden.

Durch die Zusammenarbeit innerhalb des „Cluster Smart Logistik“ der RWTH Aachen sind wir bestens über die Potentiale digitaler Geschäftsmodelle im Bilde. Das Vereinsziel, den Markt „Kunde zu Kunde“ (B2B) zu besetzen und damit die Verbindung „Industrieproduktion-Innovation-Vorsprung“ in Deutschland und in Europa zu sichern, ist uns daher nicht fremd und wir freuen und auf dem Beginn der Arbeit.

Links zum Thema "digitalHUB" in NRW und Aachen:

www.digitalewirtschaft.nrw.de
www.aachendigitalisiert.de/