Donnerstag, 17. November 2016

BIM und Haftung

Die „BIMconvention 2016“ bot auch den richtigen Rahmen für eine rechtliche Perspektive auf BIM. Dr. Thomas Fehrenbach differenzierte zunächst Mehrparteienabkommen und vernetzte Einzelverträge. Würde diese Unterscheidung in der Frühphase des Projektes beachtet, könnten Stolpersteine beiseite gerollt werden, denn die Haftung orientiere sich daran.

In der Folge betrachtete der Düsseldorfer Fachanwalt vier Formen des BIM-Managements, nämlich Strategieberatung, Projektcontrolling, Koodination und Administration. Diese Arbeitsfelder stellten auch den Rahmen für entsprechend vertraglich definierte Leistungspflichten und seien ferner bedeutsam für Vergütung, Haftung, Kündigung und die sog. Gefahrtragung.

Die zweite Hälfte des Vortrags war der Haftung gewidmet. Eine Faustregel heiße hier: „Je mehr Aufgaben, desto umfangreicher das Risiko“. Die kooperative Arbeit mit BIM sei zwar ein Vorteil, zöge aber auch Unklarheit nach sich. Eine verbesserte Dokumentation müsse daher Abhilfe schaffen, denn eine klare Abgrenzung der jeweiligen Leistungsbereiche und -pflichten sei geboten. Derer gäbe es viele und entsprechend zahlreiche Risiken, so z. B. Planungsfehler, Hard- sowie Softwaremängel, Kompatibilitäsprobleme von Modelldaten, Urheberrechtsverstöße oder auch Datendiebstahl.

Die Haftung könne auch gemeinschaftlich ausfallen, wenn allen Beteiligten Pflichtverletzungen vorwerfbar seien oder ein Fehler vom Koordinator schuldhaft nicht erkannt würde. Die abschließende Empfehlung von Dr. Fehrenbach war es denn auch, in die besonderen Vertragsbedingungen (BVB) entsprechende BIM-Klausen aufzunehmen sowie über Projekt- bzw. Projektkostenversicherungen zu versuchen, das Risiko handhabbar zu machen.

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