Mittwoch, 2. November 2016

Ein Architekt reflektiert über BIM

Matthias Pfeifer ist Gesellschafter im bekannten Düsseldorfer Büro für Architektur+Städtebau „RKW“. Er hielt einen pointierten Vortrag im Rahmen der „BIMconvention 2016“ (BIMcon). Im Verband „BDA“ und auch in der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen ist er ebenfalls aktiv; ein Mann also, der aus der Praxis spricht.

Die grundsätzliche Unterscheidung von Planungsproduzent und -konsument diente Herrn Pfeifer als Einstieg und Brücke, um zu erklären, dass BIM keine Inhalte im Planungsprozess nach vorn verlagere, sondern lediglich ermögliche, spätere Leistungsphasen früher zu beauftragen. Die inhaltliche Tiefe (Level of Development oder auch LOD) im Planungsgeschehen sei der Maßstab und nicht der Zeitpunkt der Erbringung. In der Praxis werde das BIM-Modell meist nur bis zum Maßstab 1:50 detailliert, denn ergänzende 2D-Zeichnungen seien genauer.

Der Referent sah die BIM-Vorteile in der Transparenz, denn Informationen seinen leichter verständlich und auch systematisch verfüg- bzw. auswertbar. Das helfe, Fehler zu entdecken. Planung sei auch leichter zu ändern. Planungskonsumenten (Immobilien- und Bauwirtschaft) wiederum bekämen die Möglichkeit, Informationen weiter zu nutzen. Hier läge auch ein honorarrelevantes Arbeitsfeld, denn es stelle einen Wert dar, Informationen zu beschaffen, zuzuordnen und zu verantworten.

Pfeifer formulierte im letzten Drittel einige Kernthesen. So könne es bei der HOAI bleiben, denn BIM ließe sich leicht abbilden. Der Planer habe die Aufgabe, die Durcharbeitungstiefen zu bestimmen und es könnten bei Bedarf auch Detail-Tiefen (LOD) des BIM-Modells vertraglich fixiert werden. Einem Koordinationsmodell des Architekten käme hohe Bedeutung bei, denn es sei auch in Zukunft nicht davon auszugehen, mit einem einzigen Modell zu arbeiten.

Zu guter Letzt unterstrich der Referent, dass zusätzliches Honorar für Architekten nicht automatisch aus dem BIM-Planungsverfahren resultiere. Nur, wenn über den geschuldeten Werkerfolg hinausgehende Leistungen zu erfüllen seien, entstünde ein Anspruch – etwa bei: besonderer Detailtiefe, nicht planungsgetriebenen Modellanforderungen, der Integration anderer Modelle oder auch Sonderwünschen der Planungskonsumenten.

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