Montag, 7. November 2016

Ein BIM-Projekt richtig aufsetzen

Unser Kollege Dr. Joaquín Ramírez Brey gab im Rahmen der „BIMconvention 2016“ einen Einblick in die interne Struktur von BIM-Projekten und stellte zunächst einmal die Unterschiede zu den HOAI-Leistungsphasen fest. Über den gesamten Planungsverlauf bis hin zum Gebäudebetrieb zöge sich die Nutzung des BIM-Modells. Das digitale Handwerk werde letztlich zum nutzbaren Produkt, was ein deutlicher Mehrwert sei. 

Allerdings gehe es bei BIM auch um eine Planungs- und Kommunikationskultur mit dem Ziel, die Transparenz der Prozesse zu erhöhen und damit Sicherheit zu erzielen. Aus Nutzer-Befragungen gehe hervor, dass die Vermeidung von Dokumentenfehlern und -auslassungen, weniger Nacharbeit und die Gewinnung bzw. Sicherung neuer Aufträge als besonders positiv eingeschätzt werde.

Die Ansiedelung des BIM-Managers könne direkt am Bauherren geschehen, bei der Projektsteuerung oder dem Generalplaner bzw. -unternehmer. Auch wäre eine Ergänzung mit BIM-Koordinatoren möglich. Letztlich sei die jeweilige Konstellation Ausdruck der internen Projektstrategie und gehöre in die Vorplanung. Auch BIM-Ziele und zugehörige Anwendungen müssten in diesem Zusammenhang entsprechend koordiniert werden.

Wichtig sei es, bereits in der Vorplanung einen BIM-Abwicklungsplan zu machen und auch, die Anforderungen des Projektes zu definieren. Ein solcher Plan bestehe in der Regel aus den Themen: Zieldefinition, Zuordnung von Anwendungen, Ablauf und einer Definition der Verantwortlichkeiten. Es sei hilfreich, zur Erstellung eine vorlaufende BIM-Analysephase zu haben, die Menschen, Prozesse, Technologien, Daten und Rahmenbedingungen ins Kalkül einbeziehen müsse.

In der abschließenden Fragerunde betone Dr. Joaquín Ramírez Brey unter anderem, dass der Detaillierungsgrad aus späteren Leistungsphasen deutlich nach vorn gelegt werde. Generalplaner benötigten oftmals BIM-Koordinatoren für jedes Gewerk über den Bau und Planungsprozess hinaus und der BIM-Manager spiele eine entscheidende Rolle. So sei er dafür verantwortlich, den kompletten Planungs- und Bauprozess sowie auch die Übergabe an den Betrieb aus digtialer Sicht effizient und störungsfrei zu bewerkstelligen.

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