Samstag, 31. Dezember 2016

Virtual Reality trifft Holografie und Augmented Reality

Heute möchte ich Ihnen anhand von drei Videos Momentaufnahmen zeigen. Es geht um die rasante Entwicklung im Themenfeld 3D und Bauplanung - genauer um Holografien bzw. Virtual Reality (VR) in Kombination mit Augmented Reality (AR).

Was wünschen sich Architekten, Fachingenieure und Bauherren? Mindestens eine kostensichere, zügige, transparente und möglichst irritationsarme Planungsphase. BIM tut allen Anforderungen genüge. Darüber hinaus aber gibt es noch die Möglichkeit, das entstehende 3D-Modell zum Kommunikationskern zu machen.

Etwa bei Stadtmodellen. Hier in der Planungsphase, um Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu erkennen (Verkehr, Infrastruktur, Lärm, Grünflächen etc.) oder auch, um bestehende Städte zu analysieren. Im folgendem Video zeigt ein Nutzer mit Holo-Brille, wie sowohl planerische Informationsebenen als auch kommunikative überblendet werden können. Auch gelingt die Navigation im virtuellen Szenario recht flüssig - vom heimischen Wohnzimmer aus.

Eine alltags- als auch berufstaugliche AR-Variante ist in diesem Filmchen zu sehen. Ein technisches Problem in der realen Welt (ein zu ersetzendes Ventil) wird Schritt für Schritt gelöst. Der Nutzer agiert mittels AR in einer Art informativ angereicherten Wirklichkeit. Es dürften sehr bald auch komplexe Anwendungen reif sein - z. B. für hochinstallierte Produktionsumgebungen.

Wie AR auf die Baustelle kommt, haben wir bei "formitas" schon vor einigen Jahren erforscht. Die Firma "Autodesk" zeigt eine logische und perfektionierte Weiterentwicklung. Keine üblichen Endgeräte sind mehr nötig. Die Hände bleiben frei, denn die angereicherte Wirklichkeit findet über einen Helm statt, in den eine Brille eingearbeitet ist. Zwei Fliegen mit einer Klappe, denn das Konstrukt ist damit baustellentauglich und das Fachgespräch im real-virtuellen Raum mit normaler Mimik und Gestik möglich.

Schon gewusst, was „Phygital“ ist?

Wir sind im RWTH-Cluster „Smart Logistics" beheimatet und befassen uns auch in Forschungsprojekten mit dem Thema „Industrie 4.0“. Ja, eine digitale Revolution bestimmt die Produktionsumgebungen der Zukunft, ja, das wird alles verändern und ja, ohne Digitalisierung geht bald nichts mehr. Mit scheint allerdings, dass all das nur wenig begeistert.

Woran liegt’s? Oft entscheidet die Verpackung genauso über den Erfolg eines Produktes, wie der Inhalt. Was wäre, wenn wir für das Thema „Industrie 4.0“ eine neue Verpackung entwickeln? Eine freilich, die Wissenschaftler, Ingenieure, Kunden und Konsumenten gleichermaßen anspricht. Oder aber es gelingt, einen Aufhänger zu finden, der das Thema „Industrie 4.0“ gut transportiert.

Auf die letzte Idee hat mich der Artikel „Industrie 4.0 – Wo physische und digitale Welten zusammentreffen“ gebracht (Link unten). Im Begriff „Phygital“ stecken die reale und die virtuelle Welt. Man stolpert zunächst, findet jedoch relativ schnell den Zugang und erkennt den Sinn im Kunstwort. Ein kleiner Begriff vermag, die nötige Sensibilität zu wecken – und wie viel eleganter hört er sich an im Vergleich zu „Industrie 4.0“.

Der Artikel erläutert zunächst, wie virtuelle Produkte (z. B. Blogs oder Tweets) in gedruckte Zeitungsform kommen oder auch, wie reale Dinge (etwa Kunstgegenstände in Museen) mit virtuellen Informationen ergänzt werden. „Phygital“ geht also in beide Richtungen – rein in und raus aus der digitalen Sphäre. Über einen Schlenker ins Marketing kommt der Autor dann auch kurz in die Produktionswelt.

Sog. „Cyber-Physical-Systems“ (sprich digitale Fabriken) würden schon jetzt analoge und virtuelle Prozesse verzahnen. Ja, das kann ich bestätigen und auch, dass Virtual bzw. Augmented Reality wie auch QR-Codes zum Einsatz kommen. Bereichert hat der Artikel vor allem, weil er die Brücke schlägt zum Marketing. So wüchsen die verschiedensten Kanäle zusammen und für die „Generation Connected“ (die nach 1995 geborenen) gäbe es ohnehin keinen Unterscheid zwischen on- und offline mehr.

Was also, wenn künftig ein Endverbraucher das Produkt nicht mehr nur bestellen kann, sondern dabei ist, wenn es produziert wird? Man stelle sich vor, der Verbraucher wäre im virtuellen Szenario der digitalen Fabrik und könnte dort sogar Einfluss nehmen bzw. interagieren. Die Produktionsstätte wäre dann real und virtuell ins Maketingkonzept des Produzenten integriert und das Thema „Industrie 4.0“ schnell in aller Munde…

Link:
https://www.techdivision.com/blog/industrie-4-0-ist-phygital-wo-physische-und-digitale-welten-zusammentreffen/