Dienstag, 10. Januar 2017

Broschüre: Leistungsbild und Vertragsklauseln für BIM

Im Rahmen der „BIMconvention 2016“ (BIMcon) gab es einige Vorträge zu rechtlichen Aspekten. In diesem Blog berichtete ich darüber. Nun kam mir eine kostenlose Broschüre unter die Augen, die ins Thema passt.

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen zeichnet verantwortlich für die „BIM AKNW“ (Link unten). Im Dokument sind praxistaugliche Vorschläge enthalten für ein Leistungsbild und auch Vertragsklauseln. Es zielt ferner darauf ab, Richtgrößen für die Honorarermittlung bei BIM-Planungsprojekten zu geben und die „zahlreichen Besonderen Leistungen“ zu monetisieren. All das geschieht auf Grundlage der HOAI, so ist z. B. in der Einleitung zu lesen: „Die BIM-Methode führt nicht zu einer Verschiebung von Grundleistungen in frühere Leistungsphasen [..] Schon gar nicht erfordert ein BIM-Einsatz eine Alternative zum werkvertraglichen Leistungsmodell für die Planung.“

Im Textteil „Grundleistungen im Leistungsbild unter Verwendung der BIM-Methode“ sind Bausteine mit ergänzenden Klarstellungen farblich abgehoben und entsprechend übersichtlich den Leistungsphasen 1-9 der HOAI zugeordnet. Eine echte Hilfe aus meiner Sicht, denn es folgen noch „Anwendungshinweise“, die das Verständnis vertragsrechtlicher BIM-Aspekte erhöhen.

Beispielsweise Punkt sieben (S. 13): „Im Rahmen der Koordinierungsfunktion übernimmt die Architektin/der Architekt die BIM-Koordination im Planungsprozess mit den übrigen an der Planung fachlich Beteiligten. Eine Verantwortung für eine entsprechende Koordination von Fachplanerleistungen übernimmt die Architektin/der Architekt nur, soweit eine entsprechende Beauftragung von Fachplanungsleistungen durch den Bauherrn erfolgt ist. Im Übrigen verbleibt die Verantwortung für die einzelnen Planungsleistungen beim jeweiligen Planer.“

Die „Hinweise für im Bedarfsfall anzuwendende „LOD“ bilden das Folgekapitel. Das englische Kürzel steht für „Level of Development“ und in einer Reihe mit „LOG“ (Geometry) und „LOI“ (Information). Es bedürfe keiner Definition abstrakter Detaillierungsgrade, so die Verfasser der Broschüre, allerdings könnten sich mangels Standards Planer und Bauherren auf leistungsphasenspezifische Mindestanforderungen verständigen. Auf den Seiten 15-19 sind denn auch „LOD, LOG und LOI“ entsprechend der Vor-, Entwurfs- und Genehmigungs- sowie Ausführungsplanung definiert bzw. vorgeschlagen. Auf den letzten fünf Seiten finden sich noch „Ergänzende Klauselvorschläge für Architektenverträge mit BIM“.

Link zur Broschüre „BIM AKNW“
http://www.aknw.de/mitglieder/veroeffentlichungen/publikationen/bim/

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