Sonntag, 16. September 2018

Nachbrenner zur Industrie 4.0. Zum Stichwort Messtechnik

Kaum den Dreiteiler „Digitalisierung und Industrie 4.0“ beendet, kam mir ein interessanter Artikel unter die Augen, der das Thema gut abbindet (Link unten). Prof. Lanza, eine Expertin zur Qualitätssicherung, spricht darin über die Rolle der Messtechnik in intelligenten (smarten) Produktionsprozessen.

Künftig, so Lanza, würden nicht mehr nur Stichproben zur Qualitätssicherung genommen, sondern es stünden 100 % aller relevanten Daten zur Verfügung. Wohlgemerkt Daten, die während der laufenden Produktion anfielen und nicht etwa in nachgeordneten Messräumen. Das wiederum mache Werkzeugmaschinen nötig, die trotz diverser Störeinflüsse (Temperatur, Erschütterung, Schmutz etc.) gleichzeitig hochpräzise Messmaschinen sein müssten.

Ein Standard, der bei der Fertigung von Hochpräziseprodukten heutzutage schon realisiert sei. Ein Sensorennetzwerk fusioniere in Echtzeit die Signale verschiedenster Sensoren zu einem kombinierten Messergebnis. Sog. „Manufactoring Execution Systems“ (MES) wiederum könnten den Datenaustausch zwischen Maschinen, Internet und Messtechnik in Form von Soft- wie Hardware sicherstellen und so ließe sich das sog. „Internet der Dinge“ (IoT) in eine intelligente Produktion überführen.

Am Beispiel Chinas erläutert Prof. Lanza den Wunsch vieler sog. „Low-Cost-Länder“, Industrie 4.0 als effiziente globale Produktionsstrategie zu entwickeln. Es gäbe einen Trend, bei neuen Anlagen sehr viel immanente Sensorik einzusetzen, wenngleich zwar Geld für Hardware ausgegeben werde, aber nötige Systemkompetenz noch fehle. Zum Schluss betont sie, dass Produktions- und Messtechnik weiter zusammenwachsen werden und wiederholt ihr Credo: „Raus aus dem Prüfraum, rein in die Produktion.“

Das Thema Messtechnik ist auch für Building Information Modeling wichtig, denn der dreidimensionale, virtuelle Maschinenpark einer Fabrik braucht für seine Einsatzfähigkeit laufend Daten in Echtzeit. Die Expertin zeigt damit, dass das Gebäudedatenmodell nicht mehr nur als Planungswerkzeug dient, sondern im gesamten Produktionsprozesse eingesetzt werden kann. Damit ist die Gebäudenutzungsphase nicht mehr nur in dessen Bewirtschaftung erschöpft. Freilich gibt es hier noch einiges zu tun.

Link zum Artikel:
https://www.produktion.de/technik/fertigung/prof-lanza-industrie-4-0-revolutioniert-die-messtechnik-112.html

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