Sonntag, 16. September 2018

Zum Stichwort Digitalisierung: Industrie 4.0 – Teil 3


Im dritten und letzten Teil meiner kleinen Reihe über die Digitalisierung und Industrie 4.0 will ich zeigen, wie intelligente (smarte) Technologien die Produktion beeinflussen. Im vorangegangenen Artikeln haben wir erfahren, wie das Produkt „Amazon Dash“ vom heimischen Wohnzimmer aus Logistikketten in Gang gesetzt. Das war ein einfaches Beispiel, aber prinzipiell läuft es in der Industrie 4.0 nicht viel anders.

Sie alle haben schon den Begriff „Big Data“ gehört. Er beschreibt zunächst einmal ein quantitatives Prinzip. Das Entscheidende ist aber, dass in einem Berg von Daten diejenigen identifiziert werden, die Effizienz, Produktivität, Kundennutzen oder auch andere Zielgrößen befördern. Es gilt also, Muster zu erkennen und aus diesen Prognosen abzuleiten, damit Entscheidungen getroffen werden können. Die einzelne Date ist also nur dann wertvoll, wenn aus ihr Erkenntnis gewonnen wird und Vorausschau gelingt. Aus „Big Data“ wird auf diese Weise „Smart Data“.

Je schneller intelligente Daten verarbeitet werden, desto höher ist die Effektivität der Produktion. Ein anschauliches Bild hierzu kann der menschliche Körper liefern. Wir treffen ständig Entscheidungen aufgrund von Wahrnehmungen unserer Sinne bzw. dadurch, dass wir Wahrnehmungen mit unseren Grundhaltungen, Überzeugungen oder Aufgaben abgleichen. Das geschieht in Echtzeit – Industrie 4.0 versucht im Prinzip, Ähnliches auf die Produktion zu übertragen.

So übernehmen Sensoren die Messung von Ressourcen, Prozessschritten oder auch qualitativen Arbeitsplänen. Der nächste Schritt in der Optimierungskette ist die Analyse und Prognose. Hier werden betriebsinterne Daten erfasst und abgebildet, Parameter festgelegt bzw. gewandelt und quantitative Arbeitspläne generiert. Im dritten Schritt findet die Optimierung statt, indem Stell- und Führungsgrößen präzise die Arbeitspläne anpassen und das Endprodukt steuern. Wie gesagt, all das geschieht in Echtzeit und in permanenten Wiederholungsschleifen.

An dieser Stelle kommt formitas ins Spiel, denn wir sind in der Lage, ein digitales Produktionsszenario mittels BIM-Modell zu generieren. In diesem Modell werden alle Aufzeichnungen der realen Fertigungsprozesse (Sensoren, GPS, Mengen, Kundenfeedback etc.) abgebildet und mit den Soll-Daten abgeglichen. Auf diese Weise entsteht ein sog „digitaler Schatten“ des realen Produktes, der sehr anschaulich eine eventuelle Diskrepanz von Ist und Soll aufzeigt. Eine Diskrepanz, die Industrie 4.0 künftig zeitnah auf ein Minimum abschmelzen wird – und zwar stets neu bis zur jeweils nächsten Optimierung.

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