Donnerstag, 1. November 2018

Parametrischer Architekturentwurf – eine Einordnung

Bei der Entwicklung freier Architekturformen nutzen wir Rechenmaschinen. Computer wie Programme sind von Menschen gemacht. Sie folgen damit notwendig dem Prinzip der Reduktion.

Paradox – denn immerhin wird behauptet, dass mit parametrischen Entwürfen freie und damit neue Formen möglich sind. Wie sollen diese aus einer reduktionistischen Entwurfssystematik entstehen können?

Vor diesem Hintergrund klingen Michael Hansmeyers Einleitungworte zum Vortrag "Unvorstellbare Formen bauen" (Link unten) sonderbar. Er will die Entwerfer befreien von deren Erziehung und auch deren Erfahrung.

Nun zieht er den Bogen zur Natur und stellt diese als besten Konstrukteur von Formen heraus. Hier das Eingangsargument aufgenommen, erscheint Natur doch auch wieder nur durch Reduktion.

Die vermeintlichen neuen Formen entstehen aus mathematischen Annahmen, die wir lediglich befolgen. Algorithmen, die Bilder erzeugen – mehr nicht.

Der Vortrag geht mit diesem "Geburtsfehler" weiter, so stellt Hansmeyer nun heraus, nicht die Natur selbst zu kopieren, sondern deren Strukturen.

Die Reduktion der Reduktion also – das ist ihm der Garant, um neue Formen zu finden. Mir scheint, er müsste von Variation reden, und nicht von neuer Form.

Näher zu Natur kommen wir mit Rechenmaschinen und auch parametrischen Prozeduren nicht, aber es sind mehr Varianten in unseren Entwurfssystematiken möglich.

Es entstehen also keine unvorstellbaren Formen, sondern die Rechenmaschine zeigte uns mittels qualitativer wie quantitativer Vorteile lediglich Formenvarianten.

Michael Hansmeyer: "Unvorstellbare Formen bauen"
https://www.youtube.com/watch?v=dsMCVMVTdn0

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