Montag, 24. Dezember 2018

BIM und Change Management. Teil 4

Erinnern wir uns: soll Veränderung im Unternehmen oder auch Architekturbüro gelingen, muss sie ganzheitlich geschehen. Das gesamte Geflecht aus Strategie, Struktur und Kultur ist dabei angesprochen. Über die ersten beiden Punkte kann schnell Klarheit entstehen, der letzte aber ist schwieriger zu fassen.

Die Organisationskultur ist stets speziell, sie wird gelebt und besteht aus ungeschriebenen und auch festgelegten Gesetzten. Es lässt sich analysieren, welche Regeln formal, informell oder latent in Kraft sind. Formala wirken stets bewusst in der Wahrnehmung und die Scheidelinie zu unbewusstem Umgang liegt im informellen Bereich. Die latenten Regeln wiederum stellen die verborgenen Stellgrößen einer Organisationskultur dar.

Es gilt also, das o.g. Geflecht in Bewegung zu setzen – wie aber im Einzelnen? Die Strategie entwicklen Sie aufgrund von Analysen der Umwelt in Hinblick auf Ihre Organisation. Eine Vision gehört dazu. Struktur wiederum ändern Sie, indem Rollen, Aufgaben, Prozesse neu festgelegt werden und Kultur braucht Vorbilder, Pilotprojekte und die bewusste Bewertung, ggf. verborgener, latenter Regeln, die die Organisation behindern.

Denken Sie an die Beteiligung. Mitarbeiter sind Ihre wichtigsten Ressourcen. Vergessen Sie aber nicht, auch direkte und klare Vorgaben zu geben bzw. legen viele verschiedene Pilotprojekte an, damit sich die Änderung schneller verbreiten kann und besser angenommen wird. Ängsten vor dem Wandel wirken Sie mit einer positiven Vision entgegen und auch, wenn die Mitarbeiter Ihnen vertrauen können.

Spielen wir das Ganze für die Umstellung eines Architekturbüros auf BIM durch. Sie haben die Umwelt analysiert, die Entscheidung für die neue Methode getroffen und gehen mit positiven Visionen an das Thema heran. Sie kennen Ihre Strukturen und gliedern Prozesse, Personal, Kommunikation entsprechend. Sie wissen um Ihre spezielle Organisationskultur und können bewerten, welche unbewussten Regeln BIM im Wege stehen.

Nun mischen Sie Partizipation mit klaren Vorgaben und legen viele kleine Veränderungspilotprojekte an. Das wären z. B. BIM-Schulungen, Teile aus Projekten – zunächst zur Übung, dann auch im scharfen Durchgang. Sie gehen mit gutem Beispiel voran, reden mit Ihren Leuten und erinnern sich an die typischen Abwehr-Mechanismen. Sie wissen um den Schock und sehen der Integration gelassen entgegen.

Fortsetzung folgt.

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